Stämme reisen kurz, oft nur wenige Täler weit, auf leichten Anhängern, gut gebunden, damit keine Schürfwunden entstehen. Der Fahrer kennt jeden Graben. An der Rampe warten Filzmatten und flinke Hände, denn jedes Brett beginnt mit Respekt, Ruhe und geordneten Bewegungen.
Geschnitten wird nach Viertel- und Rift, wenn möglich, um Verzugsrisiken zu mindern und stehende Jahresringe zu sichern. Die Säge folgt der Flamme, nicht der Tabelle. So entstehen Bretter, die beim Hobeln duften, beim Verleimen schmeicheln und beim Altern würdevoll arbeiten.
Eine Familie brachte Holz von der alten Almhütte, deren Dach gewechselt werden musste. Daraus bauten wir einen Esstisch mit eingelassener Jahreszahl und heimlichen Spielschubladen. Heute erzählen Kerben von Festen, und Enkel fragen, woher das leuchtende Lärchenholz seinen Mut hat.
Nach einem Winterorkan suchten wir den stärksten Stamm in den Bruchflächen. Aus seinem Herzen wurde eine Wiege, innen seifengeschrubbt, außen geölt. Wenn sie wippt, klingt das Holz wie ferne Wasser, und die Eltern fühlen, wie Berge beschützen.
Ein Kleiderschrank erhielt eingelegte Linien, die die Horizontlinie zwischen Mangart und Triglav nachzeichnen. Wer die Tür öffnet, riecht Buche und Wacholder. Jedes Morgenlicht findet neue Funken in der Maserung, als streiche der Wind des Karsts darüber.